Schon früh sind wir wach und in der Posada gibt es kein Frühstück. So gehen wir die Straße entlang und finden nach 2 Kreuzungen einen kleinen Laden. Hier kann man das nötigste einkaufen, aber es gibt auch Frühstück, Pizza und belegte Baguettes in allen variationen.
Am Eingang nimmt man sich ein Holztäfelchen, dann bestellt man seine Getränke und das Essen und die Verkäuferin schreibt die Preise auf die Holztafel. Bevor man den Laden verlässt, muss man die Tafel vorlegen und bezahlen. Und jetzt ein Hinweis aus dem Mittelalter. So muss es ganz ganz früher auch bei uns gewesen sein, allerdings wurde bei uns mit Kreide auf die Tafel geschrieben. Daher stammt wohl auch der Ausdruck, bei jemanden in der Kreide stehen.
In Ermangelung von genügend Spanisch-Kenntnissen, mussten wir mit Händen und Füßen bestellen, selbst den Ausdruck Téééé verstand die Bedienung nicht. Erst nachdem ich auf die Preistafel mit Te zeigte, sagte sie aaaahhhh, Täääääähhh, damit sank unser Mut "Fried Eggs" zu bestellen und wir zeigten auf das Croissant con queso (Käsecroissant).
Der Hammer war, wie die Croissants aufgebacken wurden. Die Bedienung schob den gerade aufgelegten Speck ein klein wenig zur Seite, legte unser Croissant dazu und kurze Zeit später hatten wir ein leckeres speckgebratenes Käse-Croissant.
Unser Abholservice funktionierte tadellos. Wir ergatterten im Flugzeug einen Fensterplatz und unser Flug startete fast pünktlich mit einer Stunde Verspätung. Die Sicht war super, wir flogen zunächst an der Küste entlang, bevor wir ins Landesinnere abbogen.
In Puerto Ordaz überfliegen wir kurz vor der Landung die schöne neue riesige Brücke über den Orinoco.
Am Flughafenausgang gabelt uns der Bruder von Roger auf, der uns sofort als diejenigen erkennt, die er abholen muss. Nach anderthalb Stunden Fahrt auf einer guten ausgebauten Straße, die nur ab und zu ein paar tiefe Löcher oder gemeine Speedbraker aufweist, kommen wir gut im Camp Piacora an.
Toll, hier gefällt es uns. Es ist Idylle pur. 10 - 12 Gäste haben hier Platz. Zentrum der Anlage ist ein Pavillon. Hier wird gefrühstückt, hier sitzt man am Abend gemütlich beisammen. Es ist ein neuneckiges Gebäude mit einem Dach aus Schilf.
In der Dachspitze wohnt eine Tarantel, die sich am Abend von ihrer besten Seite zeigt. Hinter dem Pavillon auf der Wiese wohnen die Kanincheneulen. Sie heißen so, weil sie in Höhlen auf der Wiese wohnen. Die Verpflegung ist köstlich. Die Zimmer sind praktisch, in den Betten schlafen wir gut. Sanitäre Anlagen sind "nebenan", das Wasser ist natürlich kalt.
Nun folgen ein paar Bilder...