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Es ist nicht alles Gold was glänzt!
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« Antworten #10 am: 02 März 2008, 21:46 » |
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« Antworten #11 am: 02 März 2008, 23:05 » |
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« Antworten #12 am: 02 März 2008, 23:08 » |
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Der Orinoco schlängelt sich 2.410 km durch Venezuela. Das Delta des Orinocos ist mit seinen 40.000 Quadratkiometern das zweitgrößte Flussdelta der Welt. Der Orinoco mündet in den Atlantischen Ozean. Es gibt ca. 40 Hauptarme und mehr als 300 Seitenarme, die viele tausend Inseln umfließen. Nur wenige Menschen leben im Orinocodelta, denn es ist unwegsam und nur mit Booten zu erreichen.
Heute wollen wir eine Tour durch das Delta des Orinocos machen. Hinten auf dem Pickup werden 5 Stühle gepackt. Zwei von uns sitzen vorne und zwei setzen sich auf die aufgestapelten Schwimmwesten, der rest darf auf die Stühle. Es werden Getränke und Verpflegung eingepackt und die Fahrt geht los. Man muss sich schon gut festhalten, denn die Straßen sind holprig. Das Boot liegt schon im Wasser, Roger hat es während wir noch frühstückten zu Wasser gelassen.
Bevor wir losfahren, sehen wir eine Schlange zusammengerollt auf dem Rasen liegen. Roger warnt uns, nicht zu nahe heranzutreten, denn er kennt diese Schlangenart nicht, sie könnte giftig sein. Noch bevor wir losgefahren sind, ist die Schlange wieder verschwunden, wohin hat keiner gesehen, hoffentlich nicht in eines unserer Betten.
Das Boot ist ein sehr leichtes Boot mit niedrigem Tiefgang, angetrieben von einem Yamaha 3- Zylinder-Zwei-Takt-Motor. Ungefähr 100 Liter Treibstoff in Kanistern nehmen wir zusätzlich mit. Benzin ist hier in Venezuela billiger als Wasser. (40 Liter kosten weniger als ein Dollar)
Nachdem wir es uns alle im Boot gemütlich gemacht haben, braust Roger los. Wir fliegen förmlich über das Wasser. Wasserscheu darf keiner bei dieser Fahrt sein, denn die Wellen schlagen je nachdem auch mal über die Bootskante.
Wir fahren ein Seitenarm des Orinocos flussabwärts in Richtung Atlantischer Ozean. Je weiter wir flussabwärts fahren, je breiter wird der Strom. An beiden Seiten leuchtet der Urwald in den verschiedensten Grüntönen. Weiße und schwarze Reiher sehen sehen wir zu Hauf, auch Kormorane, die einen riesigen Felsen in der Flussmitte bevölkern. Immer wieder unternimmt Roger Abstecher in weitere kleine Seitenkanäle.
Hier müssen wir uns mitunter ducken, damit wir nicht in dem Geäst hängen bleiben. Dann und wann greifen die Männer zu Hilfsmitteln und staken. Es ist schon erstaunlich, was wir hier an bunten Vögeln zu Gesicht bekommen. Enten, Braun-Adler, Sperber, Fliegenschnäpper kreuzen unsere Wege, so schnell können wir gar nicht reagieren. Wir sehen die schönsten Eisvögel, auch Kingfisher genannt, den kleinen schwarz gelben, den mittleren und den großen blauen, die so schnell an uns vorbeifliegen, dass wir mit offenen Mündern nur staunen. Die Kingfisher jedoch halten ihren Schnabel geschlossen, denn meist hatten sie einen großen Fisch im Schnabel.
Hoch oben in den Bäumen sehen wir Affen, die faul herumhängen und sich durch uns nicht stören lassen. An den schlammigen Uferböschungen zeigt uns Roger die Fußabdrücke der Kaimane. Wir haben sie jedoch nur einmal kurz unter Wasser gesehen. Sie sind sehr scheu. Auch gibt es hier im Wasser die gefürchteten Zitteraale, die gefährliche Stromschläge verteilen, wenn man sie berührt. Sie können mehrere Meter lang sein.
Der Wasserstand in den Seitenarmen ist in der Trockenzeit, in der wir uns zur Zeit befinden, sehr gering, so dass die Schiffsschraube an manchen Stellen Bodenkontakt bekommt und Roger den Motor hochschwenken muss. Manchmal bleiben wir an Wurzeln oder umgefallenen Bäumen und Ästen hängen. Roger warnt uns, nicht mit den Händen in das Geäst zu greifen, da dieses der Lieblingsort der giftigen Lanzenotter ist. Also immer schön erst schauen.
Weiter geht die Fahrt über den Orinoco. Nach den Anstrengungen in dem kleinen Seitenarm, geht es zurück auf den Hauptstrom. Hier lässt Roger das Boot wieder mit voller Geschwindigkeit über das Wasser fliegen. Zusätzliche Abkühlung erhalten wir durch kleine Regenschauer. Roger steuert das Boot in den Schutz eines großen Baumes unter dessen überhängenden Ästen wir fast im Troknen sind. Nachdem wir uns alle die Regenkleidung angezogen haben, hört es auch schon wieder auf. Kurz danach erreichen wir eine Stelle an der der Fluss sich unheimlich verbreitert. Hier treffen der Orinoco und der Rio Grande zusammen. Die Ausmaße sind einfach überwältigend.
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« Antworten #13 am: 03 März 2008, 14:34 » |
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« Antworten #14 am: 03 März 2008, 14:39 » |
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In voller Fahrt geht es weiter. An einer Stelle am Ufer halten wir und begrüßen eine indianische Familie, die in ihrem Kanu sitzen. Ihre zwei Hunde sind am und im Wasser und jagen Leguane. Die Fahrt geht weiter, übrigens ist das Wetter sehr angenehm, die Sonne ist hinter den Wolken versteckt, dennoch haben wir alle einen Sonnenbrand bekommen.
Unser nächstes Ziel ist ein Indianerdorf. Es sind Warao-Indianer. Warao bedeutet Kanu-Menschen, schon die kleinen Kinder lernen geschickt mit dem Kanu umzugehen. Wir sehen, wie die Indianerinnen Hängematten und Körbe herstellen. Ich erstehe eine kleine Blumenvase, die die Indianer für die Touristen herstellen. Wunderschön...
Vor uns liegt eine Insel mit einer großen Sandbank. Wir steuern drauf zu und steigen aus. Wer das Buch Papillon (die Autobiographie von dem Franzosen Henri Charrière.) gelesen hat, der weiß, dass Papi als Strafgefangener nach Französisch Gyana gekommen ist, von dort floh und auf der Flucht kurzzeitig auf dieser Insel inhaftiert wurde Lange Jahre befand sich auf dieser Insel ein Strafgefangenenlager für politische Gefangene von Venezuela. Erst kürzlich habe ich das Buch wieder gelesen und so konnte ich mir das richtig gut vorstellen. Die Gebäude von damals sind alle abgerissen, heute will man damit nichts mehr zu tun haben.
Wir haben ungefähr die halbe Strecke bis zum Atlantik geschafft. Leider müssen wir umkehren, denn wir sind jetzt schon einige Stunden unterwegs. Noch einmal biegen wir in einen Seitenkanal ab und es wird richtig abenteuerlich. Aber es lohnt sich. Wieder sehen wir viele wunderschöne bunte Vögel, bizarre Bäume, Flechten die in das Wasser wachsen, Abgestorbene Baumteile, die uns den Weg versperren. Roger erzählt, dass man immer bedenken muss,wenn man in einen Seitenarm hineinfährt, dass bei Ebbe das Wasser noch mehr zurückgeht und das Boot schnell auf dem Trockenen liegt. Dann hilft nur warten, unter Umständen 6 Stunden...
Auch hier im Wasser gibt es Zitteraale, die mehrere Meter groß werden. Hin und wieder sehen wir einen, wenn sie uns bemerken, tauchen sie weg und sind nicht mehr zu sehen. Anacondos haben wir leider nicht gesehen, dazu scheint die Sonne heute nicht warm genug. Wenn die Sonne richtig vom Himmel scheint, dann kommen die Schlangen an das Ufer und wärmen sich auf.
Auf den Zweigen eines Baumes sitzen wieder 2 braune Adler. Sie lassen sich durch uns nicht stören, Roger macht den Motor aus und wir schießen ein paar Fotos.
Auf dem Wege zurück nach Piacoa kreuzt uns am späten Nachmittag der "Schulbus", so nennt es Roger. Die Schulkinder werden mit einem kleinen Boot von der Schule nach Hause gebracht. Das Boot legt am Ufer an, 2 Kinder steigen aus, das Boot legt ab und fährt weiter.
Kurze Zeit später überholen wir ein etwas größeres Transportschiff. Es ist Schmuggler-Schiff. Sie sind wahrscheinlich auf dem Wege, um Benzin einzukaufen, um es dann nach Guayana für harte Dollars zu verkaufen.
Zu guter Letzt nimmt Roger noch eine Abkürzung durch einen schmalen Seitenkanal. Er hat einen großen Schwarm Hoatzin (Opisthocomus hoazin, sie werden auch Schopfhuhn, Zigeunerhuhn oder Stinkvogel genannt) entdeckt. Roger erzählt und, dass diese als die Ur-Vögel gelten. Es sind die ältesten bekannten Vögel der Welt und sie sind nur noch in dieser Ecke von Venezuela zu finden. Wenn die Jungvögel geschlüpft sind, haben sie Krallen an den Flügeln. Damit können sie an den Bäumen hochklettern, wenn sie aus Versehen aus dem Nest gefallen sind.
Wir haben großes Glück gehabt, denn die Hoatzin sind nicht oft zu sehen.
Mit vielen Eindrücken kommen wir in das Camp zurück. Habe ich schon einmal erwähnt, dass es hier des Nachts einen einmaligen Sternenhimmel gibt? So richtig zum Träumen.
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« Antworten #15 am: 03 März 2008, 17:25 » |
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« Antworten #16 am: 03 März 2008, 17:33 » |
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« Antworten #17 am: 03 März 2008, 17:40 » |
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hier Bilder von der ehemaligen Strafgefangeneninsel Isla Guasina, sie ist unbewohnt, wir sind hier ganz unter uns.
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« Antworten #18 am: 03 März 2008, 17:56 » |
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Bilder vom Hoatzin, dem seltenen Ur-Vogel. Da habe ich Glück gehabt, dass einige Bilder sogar brauchbar geworden sind, denn aus dem Boot heraus zu fotografieren, ist nicht so einfach.
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« Antworten #19 am: 03 März 2008, 18:15 » |
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