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Es ist nicht alles Gold was glänzt!
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« am: 01 Dezember 2009, 22:29 » |
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Ein Besuch in Temesvar...
es gibt viele Gründe, warum ich jedes Jahr nach Temesvar fliege. Einer davon liegt mir am meisten am Herzen, nämlich die Armen und Bedürftigen zu unterstützen. Dort wo die Not am größten ist, möchte ich ein klein wenig helfen.
Heute am 01. Dezember 09 bin ich über München nach Temesvar geflogen.
Am Flughafen wurde ich schon freudig erwartet. Neben Mechtild waren auch Kati und Evi gekommen, um mich abzuholen. Wir fuhren nach Hause und es gab ein leckeres Mittagessen.
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« Antworten #1 am: 01 Dezember 2009, 22:32 » |
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Dann hieß es aber auch schon, ab ins Auto, wir mache heute noch 4 Besuche bei armen Familien. Zunächst fuhren wir zu Marius, er ist Sozialarbeiter und hat Kontakt zu vielen armen Familien. Marius hat schon für uns Sachen besorgt, die wir nun verteilen. Wir laden Säcke und Kisten ein und fahren zu dritt los.
Wir besuchen zwei Familien, die in einer selbst umgebauten Scheune nebeneinander wohnen. Die Unterkunft ist erbärmlich. Wir kommen zur ersten Familie, der Vater ist zu Hause, denn er hat seine Arbeit verloren, da die Firma, wie so viele Firmen hier, ganz einfach im Moment keine Aufträge mehr hat.
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« Antworten #2 am: 01 Dezember 2009, 22:43 » |
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Das Mädchen ist sieben Jahre alt und geht in die Schule, die beiden jüngeren Geschwister sind 5 und 3 Jahre alt. Wir bringen Schuhe und warme Kleidung.
Die Kinder schlafen in einem Doppel-Hochbett, direkt daneben befindet sich ein Ofen, der mit Holz befeuert wird. Mehr Platz ist nicht im zimmer. Im 2. Zimmer steht ein Doppelbett, ein Schrank und ein Schreibtisch. Eine Küche gibt es nicht, ebenso wie eine Toilette, die ist draußen, irgendwo...
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« Antworten #3 am: 01 Dezember 2009, 22:44 » |
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Gleich nebenan wohnt die andere Familie, auch hier ist der junge vater arbeitslos geworden, weil die Firma keine Aufträge hat. Das Baby ist gerade 2 Monate alt, die Tochter 1 Jahr und 9 Monate und der Junge ungefähr 5.
Neben neuen Sachen zum Anziehen für die Kinder, habe ich aus Deutschland von einer Spenderin Spielzeug und gebrauchte Babykleidung mitgenommen. Genau hier konnte ich es gut verteilen. Auch wenn dieses Mal alles gut geklappt hat, ich kann keine Pakete/Päckchen in Deutschland annehmen. Ich kann auch nur 20 kg Gepäck ins Flugzeug mitnehmen und diese brauche ich ganz dringend für das, was ich mitbringen möchte. Diese zweite Familie lebt auch in nur zwei kleinen Zimmern mit einer ofenbefeuerung. Wir fragen sie, wo sie sich das Essen machen. In der Nähe wohnt eine Familie, die diesen beiden Familien die Küchennutzung erlaubt, wenn sie sie nicht selber benutzen.
Diese Armut ist schwer zu vertragen. Aber es geht weiter. ( Auf dem 1. Bild ist Marius zu sehen.)
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« Antworten #4 am: 01 Dezember 2009, 22:46 » |
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Wir halten an einem Laden und kaufen Lebensmittel für unseren nächsten Besuch ein: Kartoffeln, Äpfel, Bananen, Mandarinen, Brot, Dosenwurst, Käse, Reis, gekörnte Brühe etwas Schokolade und einiges mehr.
Die beiden jungen Erwachsenen sind in einem Kinderheim aufgewachsen. Eine von ihnen wurde dann zunächst von Marius betreut, bis dann diese Wohnung gefunden wurde. Da nur eine Arbeitsstelle hat, reicht das Geld hinten und vorne nicht. Wie man auf den Bildern sieht, sind sie immer guter Dinge und wir hatten viel Spaß beim Fotografieren.
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« Antworten #5 am: 01 Dezember 2009, 22:48 » |
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Für heute steht ein letzter Besuch bei einer armen Familie an. Wir fahren wieder quer durch Temesvar in einen auf der anderen Seite gelegenen Stadtteil und kommen somit wieder in den Genuss der vielen Schlaglöcher und der "unkonventionellen" Fahrweise der Rumänen. Die Straßen sind ein Dilemma, obwohl sich schon vieles verbessert hat.
Nach einigen Suchen finden wir die Straße, in der die Familie wohnt. Es ist schon dunkel geworden und wir gehen in das Zimmer. Hier heißt es aufpassen und Kopf einziehen.
Die Großmutter lebt mit ihrer 13-jährigen Tochter und ihrem Enkekind in zwei Räumen. Der Junge hat eine Hasenscharte und kann nicht sprechen. Er ist schon zweimal operiert worden. Eine dritte Operation kann sich die Großmutter nicht erlauben. Außerdem hat der Junge 6 Finger. Diese Operation ist jetzt geplant und wird auch wohl von der Kasse getragen.
Wir wollen herausfinden, wie teuer die 3. Operation an der Hasenscharte ist und wie hoch die Chancen sind, dass der Junge doch noch sprechen lernen kann. Marius wird sich darum kümmern. Und ich denke, dass wir dann sicher auch Spender finden werden, die diesem armen Jungen ein Schicksal ohne Sprache ersparen werden.
Wir lassen auch hier warme Wintersachen und bezahlen das Holz für den Ofen.
Das war ein langer Tag. Morgen geht es weiter.
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« Antworten #6 am: 02 Dezember 2009, 00:35 » |
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Sag`mal Petra, wäre es vielleicht möglich, daß Du ein paar Adressen dieser Familien mitbringst, mit Angabe der Kinder und deren Alter? Du schreibst, daß Du keine Pakete annehmen kannst - klar, wie sollen die auch da runter. Aber ich, und vielleicht auch mancher andere könnte durchaus mal ein Paket auf eigene Kosten hinschicken. Ich habe auch noch so viele gute Kindersachen, die ich hier kaum losbekomme und die ich nicht in die Kleidersammlung geben möchte ( die verkaufen es auch nur).Bevor ich z.Bsp. 20 Euro spende, könnte ich dafür das Porto bezahlen und der Wert im Paket wäre höher! Ich weiß nicht, ob das durchführbar ist, aber das könntest Du ja abklären! Liebe Grüße und weiterhin alles Gute Beate
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kaiser14658
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« Antworten #7 am: 02 Dezember 2009, 22:51 » |
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Oh Mann, das sind ja hammerharte Schicksale. Man kann gar nicht glauben, dass es noch solche Armut in einem Land der EG gibt.Ohne Küche und Toilette - unvorstellbar.
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Was gäbe ich für Küsse, wie kalte Kirschen, Zeit wie Sand am Meer.Was gäbe ich her, wenn jeder Tag wie der erste des Sommers wär (MIA, Song "Engel")
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« Antworten #8 am: 02 Dezember 2009, 23:29 » |
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Ja, es sind hier wirklich schlimme Zustände... Beate wir reden noch mal über Dein Angebot, wenn ich wieder zu Hause bin. Nun geht es weiter mit dem Bericht:
Heute vor fünf Jahren ist mein Vater gestorben und hier in Temesvar auf dem Ehrenfriedhof beerdigt. Daher kaufen wir heute morgen einen schönen Rosenstrauß und fahren zum Friedhof.
Danach treffen wir uns mit Frau L. Sie wohnt mit ihren Kindern immer noch in einer Baracke. Die Wohnung, die sie in Aussicht hatte, bekam sie nun doch nicht. Sie bekommt von uns Kleidung für die Kinder und ein paar Süßigkeiten für Nikolaus. Die Kinder sind in der Schule bzw. im Kindergarten.
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« Antworten #9 am: 02 Dezember 2009, 23:31 » |
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Als nächstes besuchen wir den Wochenkindergarten in Temesvar.Hier werden Kinder während der Woche rund um die Uhr betreut, die meisten schlafen auch hier. Diese Kinder kommen meist aus sehr armen Verhältnissen, oft haben die Eltern keine feste Wohnung und schlafen im Asylheim.
Da gestern hier in Rumänien ein Feiertag war, werden/wurden die Kinder heute gebracht. sie kommen mit ihren Säckchen, in denen sich Kleidung, Schlafanzug und Waschzeug befinden. Als wir gerade ankommen, weint ein kleines Kind und möchte sich nicht von der Mutter trennen.
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