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Reisebericht
Schaumburg in Illinois
11. April 2006
Teil 1
Nur eine Stunde von Chicago entfernt liegt Schaumburg in Illinois. Da wir im Landkreis Schaumburg wohnen, war der Ausflug nach Schaumburg während unseres Chicago-Urlaubs fest eingeplant. Es gibt hier bei uns eine Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft
e.V. (SDAG), mit Sitz in Apelern, die die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen dem Schaumburger Land
und der Stadt Schaumburg bei Chicago im Bundesstaat Illinois pflegt und fördert.
Das Problem für uns war nur, herauszufinden, wie wir dorthin kommen. Der Concierge von unserem Hotel war uns behilflich und suchte für uns die passende Verbindung heraus. Fast stündlich fahren die Züge ab Central Station in Chicago.
So fuhren wir am 11.4,2006 mit der Mitra nach Schaumburg. Angekommen wussten wir nicht so recht, welchen Weg wir einschlagen sollten. Der Bahnhof liegt recht weit ausserhalb von Schaumburg. Das wussten wir zu diesem Zeitpunkt aber nicht. So wanderten wir zunächst durch Roselle im Glauben, dass wir uns in Schaumburg befinden.
Die Straßen waren wie ausgestorben. Irgendwann trafen wir einen jungen Mann, der uns aufklärte. Nur nicht ärgern, das hilft nicht. Ungefähr 5 Meilen entfernt liegt unser Ziel. Eine Stunde nach Ankunft waren wir wieder am Bahnhof. Was für ein Glück, dieses Mal stand ein Taxi da. Wir stiegen ein und kamen gerade 500 Meter weit, bevor die Polizei eine Kontrolle machte. Unser Fahrer hatte scheinbar nicht die richtige Lizenz. Das gab eine schriftliche Verwarnung, aber er durfte uns weiterfahren.
Von der Schaumburger Deutsch-Amerikanische Gesellschaft e.V. haben wir einige Kontakte mitgenommen, zu einem ließen wir uns mit dem Taxi bringen. Paula hat sich riesig gefreut und war sehr hilfsbereit. Wir erhielten einige Unterlagen und sie gab uns auch ein paar Tipps, was wir uns anschauen sollten. Wir schenkten ihr einen Kalender vom Schaumburg und eine aktuelle Ausgabe der Schaumburger Nachrichten.
Nun hieß es wandern durch Schaumburg. Wir hatten uns vorgenommen, so viel wie möglich von Schaumburg zu sehen.
Der erste Siedler in Schaumburg war Trumball Kent, ein Yankee aus Oswego um 1835. Der erste Siedler aus Deutschland war Johann Sunderlage, der sich 1836 mit seiner Familie in Schaumburg niederließ. 1840 waren 56% der Bewohner von Schaumburg Yankees und 28% Deutsche, 1850 jedoch nur noch 28% Yankees, aber 48% Deutsche, 1870 war das Land der Siedlung Schaumburg komplett von deutschen Immigranten und deren Nachkommen gekauft und bewohnt. Die Yankees sind weiter nach Westen gezogen, das einst von den Yankees besetzte Land wurde auch von den Deutschen aufgekauft.
Während der großen Depression gerieten manche der Immigranten in wirschaftliche Not und mussten ihr Land verkaufen. Dadurch kamen auch nichdeutsche Immigranten nach Schaumburgt. Bis zum Jahr 1950 war die Hauptsprache deutsch. Bis 1970 wurde in der älteststen kirchlichen Gemeinde St. Peter Lutheran Church, die Gottesdienste in deutscher Sprache gehalten.
Wir haben uns die alte und die neue Kirche St. Peter angeschaut. Beide sind nur wenige Meter von einander entfernt. 1847 wurde die kirchliche Gemeinde St. Peter mit einer Schule gegründet. 1863 wurde die Kirche eingeweiht. Die Schule wurde mehrfach erweitert, die Kirche renoviert und umgebaut. 1997 wurde die neue Kirche eingeweiht.
Wir sind auch auf dem Friedhof gewesen. Deutsche Namen wie Meyer, Nerge etc. lasen wir auf vielen Grabsteinen.
Wie ist die Ortschaft zu dem Namen Schaumburg gekommen? Es wird erzählt, dass ursprünglich die Ortschaft Sarahs Grove genannt wurde, benannt nach den Familien, die am Rande des Grove lebten. Aber dieser Name war nie offiziell bestätigt oder eingetragen. 1850 wurde bei einer Gemeindeversammlung über den zukünftigen Namen diskutiert. Lutherville und Lutherburg waren im Gespräch, bis Friedrich Nerge aus Reinsdorf mit seiner Faust auf den Tisch haute und rief: Schaumburg schall it heiten! So wurde das Gebiet nach seiner Heimat Schaumburg benannt. Viele Siedler kamen aus der Grafschaft Schaumburg, wenn auch die Mehrheit aus Hannover und Hesen-Kassel kamen, konnten die Schaumburger sich durchsetzen.
Weiter geht es im nächsten Teil!
Mehr Bilder findet Ihr in meinem Bilderalbum:
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